Album review Sabaton

Sabaton – Legends, 2025

Sabaton Legends Albumcover
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Informativ

Das neue Album von Sabaton ist nun endlich da. Es ist das erste Album seit dem Wechsel des Labels. Nach 15 Jahren bei Nuklear Blast wechselte die Band zu Better Noise Music. Der Wechsel wurde anfänglich etwas kontrovers betrachtet da Better Noise Music weniger mit Bands der Musikalischen Ausrichtung von Sabaton zusammen arbeitet und mehr „harte“ Bands unter sich hat. Aber die bereits vorher veröffentlichen Singles haben jede Befürchtung schnell beseitigt.

Bekanntermaßen handelt es sich auch bei diesem Album um eine weitere schöne Geschichtsstunde. Jedes Lied geht um eine andere große Historische Persönlichkeit und Begebenheit.

Das Genre bleibt Sabaton typisch im Heavy Metal/Power Metal.

Die Veröffentlichung des Albums fand am 17.10.2025 statt.

Das erste hören

Was mir als erstes auffällt. Ist das nun wirklich jede Angst verfliegen kann bezogen auf die Qualität unter dem neuen Label.

Der Sound und die Atmosphäre laden von beginn an ein die Lieder Live komplett mitsingen zu wollen. Der Stil von Sabaton ist direkt erkennbar und erinnert sofort an die großen „Hymnen“, welche die Gruppe um Sänger Joakim Bróden schon in der Vergangenheit produziert haben. Man wird direkt in diese Welt reingezogen.

Der Inhalt ist der wahrscheinlich größte Unterschied zu den Vergangenen Alben. Während die letzten beiden in erster Linie über den ersten Weltkrieg handelten finden wir auf dem neunen Album eine Reise durch die Epochen der Menschheitsgeschichte. Es wurde sich nicht für ein Spezielles Szenario der Vergangenheit entschieden. Das ist für mich persönlich ein großer Pluspunkt. So kann man viel mehr Geschichte hören. Über so viele unterschiedlich Personen die man niemals mehr vergessen wird.

Unter der Lupe

 1. „Templars“

Die „Templer“ waren ein militärisch-religiöser Orden, gegründet um 1119 nach dem Ersten Kreuzzug, offiziell um Pilger im Heiligen Land zu schützen und das eroberte Territorium der Christen zu sichern. Über die Jahre wurden sie mehr als nur Elitekrieger: Sie bauten ein frühes, europaweites Finanz- und Kreditsystem auf, wurden extrem reich und damit politisch gefährlich. Am 13. Oktober 1307 ließ der französische König Philipp IV. fast alle Templer in Frankreich gleichzeitig verhaften und warf ihnen Ketzerei, Götzenverehrung und moralische Verkommenheit vor – Vorwürfe, die Historiker heute klar als politisch motiviert einstufen. Viele Mitglieder gestanden unter Folter, Dutzende wurden 1310 in Paris verbrannt. 1312 löste Papst Clemens V. den Orden auf; der letzte Großmeister Jacques de Molay wurde wenige Jahre später öffentlich hingerichtet. Damit endete einer der einflussreichsten Machtblöcke des Mittelalters – und es blieb ein Mythos aus Blut, Gold und Verrat.

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2. „Hordes of Khan“

Dieser Track porträtiert Temüjin, besser bekannt als Dschingis Khan. Er vereinte Anfang des 13. Jahrhunderts rivalisierende Steppenstämme der Mongolei unter seinem Kommando, perfektionierte hochmobile Kavallerietaktiken mit schnellen Reiterangriffen und strikter Disziplin und ließ sich 1206 zum „Großen Khan“ ausrufen. Sein Reich expandierte in einer Geschwindigkeit, die die damalige Weltordnung sprengte: Von China über Zentralasien bis Osteuropa entstand das größte zusammenhängende Landimperium der bekannten Geschichte. Seine Kriegsführung war brutal, aber strategisch kalkuliert – psychologische Abschreckung, Spionage, Versorgungslogistik und Beförderung nach Leistung statt Adel. Als er 1227 starb, war die Mongolenherrschaft bereits ein globales System aus Handel, Kommunikation und Angst. Sabaton rahmt ihn nicht als Cartoon-Bösewicht, sondern als Naturgewalt auf dem Pferd, vor der Königreiche einfach kollabierten.

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3. „A Tiger Among Dragons“

Die „Tiger“-Figur ist Lü Bu (ca. 161–199 n. Chr.), ein Krieger der späten Han-Dynastie, der im chinesischen Drei-Reiche-Zeitalter fast schon übermenschlich dargestellt wird. Zeitgenössische Chroniken und spätere Legenden beschreiben ihn als den stärksten Einzelkämpfer seiner Epoche – furchtlos zu Pferd, meisterhaft mit der Lanze, angeblich nahezu unbesiegbar im Duell. Gleichzeitig war Lü Bu notorisch illoyal. Er tötete seinen eigenen Gönner Ding Yuan, wechselte später die Seiten zu dem Kriegsherrn Dong Zhuo, ermordete dann auch Dong Zhuo und verriet anschließend nahezu jeden Verbündeten. Dieses Muster machte ihn militärisch gefürchtet, politisch aber völlig unzuverlässig. 199 n. Chr. wurde Lü Bu nach der Niederlage in der Schlacht von Xiapi von Cao Cao gefangen genommen und hingerichtet. In der Popkultur wird er oft als „Bossfight auf zwei Beinen“ erzählt – Sabaton vertont genau diese Aura: absolute Kampfmaschine, null Loyalität, Absturz durch Hybris.

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4. „Crossing the Rubicon“

Januar 49 v. Chr.: Julius Caesar steht mit seiner Legion am Fluss Rubikon, der römischen Grenze. Wenn er mit bewaffneten Truppen nach Italien einrückt, ist das Hochverrat – praktisch eine Kriegserklärung an den Senat und an seinen Rivalen Pompeius. Er geht trotzdem. Dieses Überschreiten des Rubikon löst den Römischen Bürgerkrieg (49–45 v. Chr.) aus, der am Ende Caesars Alleinherrschaft und damit das Ende der alten Republik vorbereitet. Später wird aus dem Moment ein geflügeltes Wort: „den Rubikon überschreiten“ heißt heute, den Point of no Return zu passieren. Nach dem Sieg sichert Caesar die absolute Macht in Rom – und zahlt dafür mit seinem Leben: Am 15. März 44 v. Chr. wird er von Senatoren ermordet. Sabaton erzählt den Moment als bewussten Akt des „Ich nehme mir Rom“, nicht als Zufall.

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5. „I, Emperor“

Hier steht Napoleon Bonaparte im Fokus: geboren 1769 auf Korsika, Raketenkarriere als Artillerieoffizier in der Französischen Revolution, Machtübernahme per Staatsstreich 1799, dann faktischer Herrscher Frankreichs. 1804 krönt er sich in Notre-Dame selbst zum Kaiser, setzt also das alte Königssystem neu auf – nur diesmal unter seinem Namen. Er wird zum strategischen Albtraum Europas, überrennt Armeen von Italien bis Mitteleuropa, exportiert Verwaltung, Gesetz (Napoleonic Code) und moderne Kriegsführung. Gleichzeitig säen seine Feldzüge enormen Verschleiß; Russland 1812 markiert den Kipppunkt, danach kommt der Sturz und schließlich das Exil. Sabaton malt ihn als Mann, der sich nicht krönen lässt, sondern sich krönt – purer politischer Eigenanspruch.

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6. „Maid of Steel“

„Maid of Steel“ ist Jeanne d’Arc (Johanna von Orléans), eine französische Bäuerin aus Domrémy, die mit gerade einmal 17 behauptete, himmlische Stimmen (u. a. Erzengel Michael) hätten sie beauftragt, Frankreich zu retten. 1429 überzeugt sie den Dauphin Karl (den späteren Karl VII.), gibt sich Männerkleidung, reitet an die Front und wird zum moralischen Katalysator der französischen Armee. Unter ihrer Führung wird die Belagerung von Orléans gebrochen – ein Wendepunkt im Hundertjährigen Krieg, weil plötzlich wieder an einen französischen Sieg geglaubt wird. 1430 wird sie gefangen, an die Engländer verkauft, in Rouen vor ein pro-englisches Kirchengericht gestellt und als Ketzerin verurteilt. Am 30. Mai 1431 wird sie mit etwa 19 Jahren verbrannt. Erst viel später wird sie rehabilitiert; 1920 spricht die Kirche sie heilig. Sabaton feiert sie als unzerbrechliche „Stahlmaid“, nicht als Opfer.

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7. „Impaler“

„Impaler“ meint Vlad III. Țepeș („der Pfähler“), Herrscher der Walachei im 15. Jahrhundert – das ist grob das Gebiet des heutigen Rumänien. Schon als Jugendlicher war Vlad Geisel des Osmanischen Reichs, was seinen späteren Hass auf die Osmanen schürte. Als Fürst regierte er mit Terror: systematisches Pfählen von Gefangenen, Rivalen und ganzen Siedlungen, um Angst zu säen und politische Kontrolle zu sichern. Zeitgenössische und spätere Berichte nennen zehntausende Tote, wobei Zahlen (40.000–100.000) umstritten und teils Propaganda waren. 1462 griff er nachts persönlich ein osmanisches Lager an, um Sultan Mehmed II. zu töten – ein Coup, der ihn im christlichen Europa als Bollwerk gegen die Osmanen verherrlichte. Nach seinem Tod 1476 wird seine brutale Aura in Flugblättern ausgeschlachtet; daraus entsteht später das Dracula-Mythos der Neuzeit. Sabaton setzt ihn als gnadenlosen Verteidiger seines Landes in Szene, nicht als romantischen Vampir.

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8. „Lightning at the Gates“

Das „Blitzgewitter vor den Toren“ ist Hannibal Barca, der berühmteste Feldherr Karthagos im Zweiten Punischen Krieg (218–201 v. Chr.). 218 v. Chr. marschiert er mit einem Vielvölkerheer – inklusive nordafrikanischer Kriegselefanten – über die Pyrenäen, durch Südfrankreich und dann über die Alpen direkt nach Italien. Das Manöver gilt bis heute als eine der kühnsten militärischen Operationen der Antike; welche Alpenpässe er exakt nahm, ist unter Historikern immer noch Streitstoff. Kaum in Italien angekommen, reißt Hannibal die Initiative an sich und zerlegt wiederholt römische Armeen, unter anderem bei Trebia, am Trasimenischen See und bei Cannae, einer der brutalsten Niederlagen der römischen Militärgeschichte. Sein Ziel war klar: Rom an seiner eigenen Haustür demoralisieren und politisch isolieren. Sabaton erzählt ihn als lebenden Donnerkeil, der direkt an die römischen Stadttore donnert.

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9. „The Duelist“

Hier geht es um Miyamoto Musashi (1584–1645), den berühmtesten Duellschwertkämpfer Japans. Musashi war ein rōnin, also ein Samurai ohne Herrn, der laut Überlieferung in mehr als 60 Duellen ungeschlagen blieb – sein erstes gewann er angeblich mit 13. Er perfektionierte eine Zwei-Schwerter-Technik (Niten Ichi-ryū), die bis heute in Schulen des traditionellen Kenjutsu gelehrt wird. Sein legendärstes 1-gegen-1 war 1612 auf der Insel Ganryūjima gegen Sasaki Kojirō: Musashi soll absichtlich verspätet erschienen sein, um den Gegner psychologisch zu brechen, und ihn dann mit einer improvisierten Holzwaffe getötet haben. Gegen Ende seines Lebens zog er sich zurück, schrieb „Das Buch der Fünf Ringe“, einen Mix aus Kampftaktik, Mindset und Lebensphilosophie, und wurde damit nicht nur Krieger-Ikone, sondern auch Stratege und Denker. Sabaton fokussiert auf den Ehrenkodex des Duells, nicht auf Massenschlachten.

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10. „The Cycle of Songs“

Dieser Song springt weit zurück ins Alte Ägypten und beleuchtet Sesostris III. (auch Senusret III.), einen Pharao der 12. Dynastie im sogenannten Mittleren Reich (19. Jahrhundert v. Chr.). Senusret III. gilt als starker Zentralisierer: Er stärkte die königliche Autorität und schob regionale Fürsten an die Seite. Militärisch ist er vor allem für brutale, aber extrem effektive Feldzüge nach Nubien bekannt. Dort ließ er gewaltige Grenzfestungen wie Semna und Buhen entlang des Nils errichten, um die Südgrenze zu sichern und den Handel (Gold, Ressourcen aus Nubien) unter ägyptische Kontrolle zu bringen. Er ließ Kanäle und Wasserwege am ersten Nilkatarakt ausheben oder freiräumen, um die Schifffahrt zu verbessern, also Infrastruktur als Herrschaftsinstrument. In ägyptischer Erinnerung wurde er fast übermenschlich verehrt – ein König als Krieger, Bauherr und Grenzverschieber.

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11. „Till Seger“

„Seger“ heißt auf Schwedisch „Sieg“. Hier geht’s um Gustav II. Adolf von Schweden (1594–1632), auch „Löwe aus dem Norden“ genannt. Er bestieg 1611 den schwedischen Thron, modernisierte Armee und Verwaltung und machte aus Schweden eine europäische Großmacht. 1630 landete er mit rund 36.000 Soldaten in Pommern, stieg in den Dreißigjährigen Krieg ein und positionierte Schweden als Schutzmacht der protestantischen Fürsten gegen die katholischen Habsburger. Seine Armee war berüchtigt für mobile Artillerie, koordinierte Infanterie- und Kavallerieangriffe und eine damals radikal moderne Befehlsstruktur. 1631 gewann er bei Breitenfeld einen Schlüssel­sieg, der das Machtgleichgewicht in Europa verschob. Gustav II. Adolf fiel 1632 bei Lützen, aber sein Feldzug brachte Schweden politisch an den Tisch der Großmächte. Sabaton rahmt ihn als Siegbringer, nicht als Eroberer um der Beute willen.

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Highlights & Schwächen

Mein persönliches Highlight ist tatsächlich die Abwechslung im Album. Nach zwei Alben, welche sich nur auf ein Thema fokussiert, haben ist es schön zusehen wie jetzt auch wieder ein bunter Mix an Geschichten der gesamten Welt zusammengetragen wird.

Mein persönliches Lieblingslied ist eindeutig „Impaler“, weil ich einfach auch den Historischen Hintergrund und die Mythen, die aus dem entstanden sind, schon immer faszinierend fand.

Die größte Schwäche des Albums ist eigentlich keine Schwäche per se. Es ist Sabaton, man hört es vom ersten bis zum letzten Tackt. Es ist immer der gleiche Aufbau das ist nicht schlecht. Eine Band mit wiedererkennungswert ist oben angekommen. Mir persönlich fehlt aber ein bisschen ein neuer „Touch“. Das Album ist wirklich gelungen und Sabaton hat mal wieder richtig abgeliefert. Es fehlt aber so ein bisschen das unerwartete.

Fazit

Gesamt betrachtet ist es mal wieder ein absolut gelungenes Album der Schweden. Der Typische Sound und gewohnt gut geschriebenen Lyrics sorgen dafür das die Lieder einem direkt ins Ohr gehen und man sie Live richtig gut mitsingen kann. Das Erfolgs Konzept funktioniert immer noch hervorragend und das neue Label hat dem nichts abgetan. Ich persönlich hätte mir zwar gewünscht das wir unter dem neuen Label mal noch einen Song haben, wo man sich denkt „Ist das Sabaton?“, aber im Grundkonzept des Albums finde ich mich doch direkt wieder und freue mich schon auf die Show in der Schleyerhalle in Stuttgart am 24.11.2025.

Ich gebe dem Album daher eine solide Bewertung von [9,5/10]. Das Album ist für alle geeignet die Sabaton lieben, wie sie sind und auch für Menschen die neu in die Szene dazu kommen. Sabaton zählt nämlich auch bei mir zu einer der ersten Bands die ich für mich selbst, damals noch auf YouTube, entdeckt habe.

Erscheinungsdatum: 17.10.2025
Label: Better Noise Music
Genre: Heavy Metal/Power Metal
Bewertung: 9,5/10

Schreibt doch einfach in die Kommentare, was euer Lieblingssong vom neuen Album ist und was euch an Sabaton bisher am besten gefallen hat.


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